top of page
IMG_8706_edited.jpg

Zugspitztour

2025

06

Nach meinen bisherigen Fernwanderungen war es für mich nur eine Frage der Zeit, bis auch der höchste Berg Deutschlands auf dem Plan stehen würde. Im Jahr 2025 war es dann so weit. Die Zugspitze (2.962 m) gilt landschaftlich sicher nicht als der schönste Berg der Alpen, doch ihre wahre Stärke liegt in den abwechslungsreichen Routen dorthin und in der Aussicht, die einen oben erwartet. Besonders imposant ist der Blick hinab auf den Eibsee mit seinem türkisblauen Wasser und den kleinen Inseln, der nicht umsonst oft als „deutsche Karibik“ bezeichnet wird.

 

Ich entschied mich für den Aufstieg durch das Reintal – eine der landschaftlich reizvollsten, aber zugleich längsten Routen, die zudem komplett ohne Klettersteigset machbar ist. Meine Tour startete an der Olympiaschanze in Garmisch-Partenkirchen. Der Weg führt zunächst durch die spektakuläre Partnachklamm und weiter hinein in das ruhige Reintal. Hier wandert man durch lichte Wälder und über weite Kiesbänke immer tiefer in die Bergwelt. Die türkisblaue Partnach ist dabei eine ständige Begleiterin; ihre klaren Gumpen laden an heißen Tagen zur Erfrischung ein, während links die gewaltige Hochwanner-Nordwand majestätisch in den Himmel ragt.

🔗 Tourdaten & Karte am Seitenende:

👉 Zur komoot-Route springen

Ein echtes Highlight auf dem Weg ist die Reintalangerhütte (1.369 m). Direkt am Fluss gelegen, bietet sie mit ihrer entspannten Atmosphäre den perfekten Ort für eine Rast, bevor es ernst wird. Denn unmittelbar hinter der Hütte lässt man die Idylle des flachen Talbodens hinter sich: Der Weg zieht sofort steil an und führt über felsige Stufen und Serpentinen unerbittlich hinauf.

 

Dabei wandelt sich die Szenerie spürbar in eine fast mondähnliche, karge Landschaft. Um den Gipfelsturm am nächsten Morgen entspannt anzugehen, übernachtete ich auf der Knorrhütte (2.051 m). Sie ist der ideale strategische Stützpunkt, um die Kraftreserven noch einmal aufzutanken. Am nächsten Morgen folgte die letzte Etappe. Nachdem man das weite Zugspitzplatt erreicht hat, folgt der berüchtigte Schuttkegel am finalen Gipfelaufbau. Dieser Abschnitt ist als schwarzer Bergweg klassifiziert – hier ist es ein mühsames „zwei Schritte vor, einer zurück“. Danach folgen noch ein paar einfache Drahtseilsicherungen, bis man endlich den Gipfel erreicht. Wer sich diesen letzten Abschnitt sparen möchte, kann ab dem Sonnalpin für die finalen 300 Höhenmeter in die Gletscherbahn steigen.

 

Oben angekommen, prallten Welten aufeinander. Nach der Stille und Ursprünglichkeit des Reintals herrschte auf der Gipfelplattform der übliche Ausnahmezustand: Selfies, Trubel und eine lange Schlange für das obligatorische Foto am Gipfelkreuz. Es ist ein bizarrer Kontrast, der den Gipfelsieg fast zweitrangig gegenüber dem Naturerlebnis des Aufstiegs erscheinen lässt.

 

Nach der Abfahrt mit der Seilbahn war für mich noch nicht Schluss. Als entspannten Abschluss des Tages hängte ich die rund 7 Kilometer lange Umrundung des Eibsees an. Am nächsten Tag folgte ein weiteres Highlight: Eine Tageswanderung durch die Höllentalklamm zur Höllentalangerhütte (1.387 m). Meiner Meinung nach ist diese Klamm sogar noch beeindruckender als die Partnachklamm: wilder, enger und deutlich urtümlicher. Man sollte hier definitiv eine Regenjacke einpacken, da das Wasser von überall die Wände herabstürzt.

 

Von der Hütte aus führte der Weg über das Hupfleitenjoch (1.754 m), das mit spektakulären Tiefblicken und einem freien Panorama auf die nahe Zugspitze begeisterte. Ein kurzer Abstecher zum Schwarzenkopf (1.819 m) lohnt sich hier besonders, da man von dort eine fantastische Aussicht auf Garmisch-Partenkirchen genießt. Vom Schwarzenkopf ging es anschließend über die bekannte Kandahar-Abfahrt zurück Richtung Garmisch. Es war der krönende Abschluss eines verlängerten Wochenendes, das abwechslungsreicher kaum hätte sein können: Von einsamen, stillen Tälern und tiefblauen Bergseen bis hin zum touristischen Trubel auf dem „Dach Deutschlands“ war alles dabei.

komoot 2

Route auf Komoot ansehen:

inklusive Karte, Etappen, Höhenprofil und GPX-Datei

Schwierigkeit: Mittel (technisch einfach, aber sehr hohe Ausdauer erforderlich)

Ausrüstung: Gute Wanderschuhe, Stöcke (empfohlen für das Geröll), kein Klettersteigset nötig

Strecke: ca. 21 km (von Garmisch-Partenkirchen bis zum Gipfel)

Höhenmeter: ca. 2.300 hm im Aufstieg

Gehzeit: 8 bis 10 Stunden (reine Gehzeit – viele teilen die Tour auf 2 Tage auf)

Einkehrmöglichkeiten:

  • Bockhütte

  • Reintalangerhütte (Übernachtung möglich)

  • Knorrhütte (Übernachtung möglich)

  • Sonnalpin (Zugspitzplatt)

bottom of page