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Via Alpina 1 · Schweiz

2025

07

Im Jahr 2025 war es für mich Zeit für das nächste große Wanderabenteuer. Nach meinen bisherigen Fernwanderungen durch Österreich, Deutschland und Italien war klar, dass dieses Jahr die Schweiz an der Reihe ist – vor allem, weil hier einige der höchsten und eindrucksvollsten Gipfel Europas stehen. Die Via Alpina Route 1 führt von Vaduz im Fürstentum Liechtenstein einmal quer durch die Schweiz bis nach Montreux am Genfersee. Auf diesem Weg überquert man insgesamt 14 Alpenpässe. Für diesen ersten Abschnitt bin ich von Vaduz bis Lauterbrunnen gewandert.

🔗 Tourdaten & Karte am Seitenende:
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Begleitet wurde ich dabei erneut von meiner Schwester. Das landschaftliche Highlight, das Berner Oberland mit seinen 4000er-Gipfeln, erhält einen eigenen Beitrag mit separater Fotogalerie auf der nächsten Seite.

Durch den Start der Via Alpina in Vaduz – genauer gesagt oberhalb der Stadt im Weiler Gaflei auf rund 1.500 Metern Höhe – hätte ich Liechtenstein ohne diese Route vermutlich nie besucht. Das Fürstentum zählt zu den kleinsten Ländern Europas, hat rund 40.000 Einwohner und liegt eingebettet zwischen der Schweiz und Österreich. Gerade durch den Aufenthalt in Vaduz setzte ich mich intensiver mit dem Land auseinander, lernte Schloss Vaduz kennen – zumindest von außen – und erfuhr mehr über die besondere staatliche Form Liechtensteins als konstitutionelle Erbmonarchie.

Landschaftlich beeindruckend wurde die Route so richtig nach dem Verlassen des Rheintals. Im Weisstannental gelangt man in das UNESCO-Weltnaturerbe Tektonikarena Sardona in den Glarner Alpen – eine der eindrucksvollsten Landschaften der gesamten Route. Hier liegt über 250 Millionen Jahre altes Gestein auf deutlich jüngerem, rund 40 Millionen Jahre altem Gestein. Durch die enormen Kräfte der Alpenbildung wurde das ältere Gestein über das jüngere geschoben – ein weltweit einzigartiges geologisches Phänomen. Die markante Grenze zwischen den beiden Gesteinsschichten wird als „magische Linie“ bezeichnet und ist unter dem Namen Glarner Hauptüberschiebung bekannt. An kaum einem anderen Ort der Erde ist eine solche Plattenverschiebung so klar und eindrucksvoll sichtbar.

​Besonders anschaulich lässt sich dieses geologische Phänomen an den Tschingelhörnern erkennen, wo die Glarner Hauptüberschiebung deutlich sichtbar durch die Felsformationen verläuft. Ebenfalls bekannt ist das Martinsloch, ein natürliches Felsenfenster in der Bergkette, das rund 19 Meter hoch und 22 Meter breit ist. An wenigen Tagen im Jahr scheint die Sonne exakt durch diese Öffnung und beleuchtet für kurze Zeit den Kirchturm des Dorfes Elm im Tal – ein faszinierendes Naturschauspiel, das Geologie, Astronomie und Landschaft auf einzigartige Weise verbindet.

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​Gleichzeitig ist die Region rund um das UNESCO-Welterbe bis heute vergleichsweise wenig touristisch geprägt. Die Landschaft wirkt hier noch ursprünglich und ruhig, viele Wege sind kaum begangen, und die Natur steht spürbar im Vordergrund. Besonders Elm selbst vermittelt noch das Bild eines klassischen Schweizer Bergdorfes: überschaubar, bodenständig und eingebettet unterhalb der markanten Tschingelhörner. Jahrhundertalte Holzhäuser, kleine Dorfläden sowie regionale Produkte prägen das Ortsbild. Gerade diese Abgeschiedenheit und der insgesamt geringe Tourismus tragen dazu bei, dass man die Umgebung hier oft ganz für sich allein erleben kann.

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Hinter der Sardona-Region führt die Via Alpina über Linthal weiter in die Urner Alpen. Zunächst geht es über Braunwald hinauf zum Urnerboden, der größten Alp der Schweiz. Von dort führt der Weg über den Klausenpass hinunter nach Altdorf, in unmittelbarer Nähe des Vierwaldstättersees und bekannt als Heimat des Schweizer Nationalhelden Wilhelm Tell.

Anschließend folgt mit rund elf Stunden Gehzeit die längste Etappe der gesamten Via Alpina bis nach Engelberg. Der Ort war mir zuvor vor allem als Austragungsstätte vom Skisprung-Weltcup bekannt. Von Engelberg startet anschließend die Vier-Seen-Wanderung. Diese aussichtsreiche Höhenwanderung verbindet den Trübsee, den Engstlensee, den Tannensee und den Melchsee. Besonders eindrucksvoll präsentiert sich dabei der Titlis (3.238 m), der mit seinem ganzjährig vergletscherten Gipfel und seiner markanten Erscheinung das Panorama dominiert. Am Ende des Höhenweges am Berg Planplatten (2.245 m) eröffnen sich schließlich die ersten weiten Blicke hinüber zu den mächtigen 4000ern des Berner Oberlands. Mit der Ankunft in Meiringen erreichte ich schließlich das Tor zum Berner Oberland.

Komoot 1

Route auf Komoot ansehen:

inklusive Karte, Etappen, Höhenprofil und GPX-Datei

Via Alpina Schweiz Teil 1 – Etappenübersicht:

Vaduz (Gaflei) - Lauterbrunnen
 

Etappe 1: Vaduz (Gaflei) – Sargans (28 km | 480 Hm ↑ | 1.600 Hm ↓)

Etappe 2: Sargans – Weisstannen (13 km | 820 Hm ↑ | 300 Hm ↓)

Etappe 3: Weisstannen – Elm (22 km | 1.400 Hm ↑ | 1.450 Hm ↓)

Etappe 4: Elm – Linthal (25 km | 1.650 Hm ↑ | 1.950 Hm ↓)

Etappe 5: Linthal – Urnerboden (16 km | 1.100 Hm ↑ | 380 Hm ↓)

Etappe 6: Urner Boden – Altdorf (27 km | 1.050 Hm ↑ | 1.900 Hm ↓)

Etappe 7: Altdorf – Engelberg (30 km | 2.100 Hm ↑ | 1.500 Hm ↓)

Etappe 8: Engelberg – Engstlenalp (12 km | 1.300 Hm ↑ | 440 Hm ↓)

Etappe 9: Engstlenalp – Meiringen (22 km | 740 Hm ↑ | 1.950 Hm ↓)

Etappe 10: Meiringen – Grindelwald (23 km | 1.500 Hm ↑ | 1.100 Hm ↓)

Etappe 11: Grindelwald – Lauterbrunnen (20 km | 1.150 Hm ↑ | 1.400 Hm ↓)

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