
Ostallgäu
2026
09
Im April 2026 ging es über Ostern nach Füssen ins Ostallgäu, die höchstgelegene Stadt Bayerns auf rund 808 Metern. Die Gegend rund um Oberstdorf kannte ich bisher schon ein wenig, Füssen war für mich dagegen neu.
Eigentlich hatten wir auf frühlingshafte Temperaturen gehofft und darauf, bereits erste Wanderungen bis etwa 1.500 Meter unternehmen zu können. Doch es kam anders: Kurz vor unserer Anreise gab es noch einmal einen richtigen Wintereinbruch. Dabei fahren wir über Weihnachten fast jedes Jahr in die Berge – und ausgerechnet dann fehlt der Schnee oft. Diesmal war es genau umgekehrt: Über Ostern präsentierte sich die Bergwelt in einer traumhaften Winterkulisse. Endlich hatten wir einmal die verschneite Berglandschaft, die wir uns an Weihnachten so oft gewünscht hatten. Das kam mir sogar entgegen, denn ich hatte mich bewusst für Füssen entschieden, weil sich die Region mit ihren zahlreichen Seen, Schlössern und gut begehbaren Talwegen auch bei winterlichen Bedingungen hervorragend zum Wandern eignet.
Ein absolutes Highlight ist natürlich Schloss Neuschwanstein. Gerade der frische Schnee ließ die Kulisse noch märchenhafter wirken. Wir umrundeten zunächst den Alpsee und wanderten anschließend hinauf zum Schloss. Zusammen mit dem darunterliegenden See ergibt sich dabei ein Anblick, der fast wie aus einem Bilderbuch wirkt. Gleich in der Nähe ergänzt Schloss Hohenschwangau das Ensemble perfekt. Mit seiner gelben Fassade bildet es einen schönen Kontrast zum schneeweißen Neuschwanstein.
Auch abseits der Schlösser hat die Region viel zu bieten. Wir erkundeten die Landschaft auf zwei weiteren abwechslungsreichen Tageswanderungen, die gerade bei winterlichen Bedingungen eine ideale Wahl sind. Die erste führte uns auf der rund 15 Kilometer langen Rundwanderung „Lechschleife 9 – Seensucht am Lechweg: Naturerlebnis zwischen Wasser und Wald“ vorbei am Lechfall, einem rund zwölf Meter hohen Wasserfall, an dem sich der Lech über mehrere Felsstufen durch eine enge Schlucht zwängt. Besonders das türkisfarbene Wasser macht diesen Ort zu einem echten Blickfang. Anschließend ging es weiter zum Weißensee, Alatsee, Obersee und Mittersee. Die zweite Wanderung verlief über den Kalvarienberg zum Schwansee. Jeder dieser Seen besitzt seinen eigenen Charakter und eine ganz besondere Atmosphäre.
🔗 Tourdaten & Karte am Seitenende:
Über allem thront der markante Säuling (2.047 m), der mit seiner markanten, pyramidenförmigen Silhouette das Landschaftsbild rund um Füssen prägt. Von zahlreichen Aussichtspunkten begleitet er einen während des gesamten Aufenthalts. Schon beim ersten Anblick stand für mich fest, dass ich diesen beeindruckenden Gipfel irgendwann im Sommer selbst einmal besteigen möchte.
Einmal zog es uns dann doch noch mit der Seilbahn hinauf auf den Tegelberg in rund 1.720 Metern Höhe. Auf geräumten Wegen war eine kleine Wanderung möglich. Abseits davon versank man jedoch schnell bis zur Hüfte im Schnee. Selbst die Wanderschilder ragten oft nur noch mit ihrer Spitze aus der Schneedecke heraus. Für Wanderungen war die Schneelage in höheren Lagen damit noch viel zu winterlich, für Skitourengeher herrschten dagegen nahezu ideale Bedingungen. Zur Belohnung gab es auf der Tegelberghütte noch einen Kaiserschmarrn. In den Bergen gehört er für mich einfach dazu – mit der frischen Bergluft schmeckt er einfach am besten. Zu Hause kommt er für mich nie an dieses Geschmackserlebnis heran.
Auch die Stadt Füssen selbst darf natürlich nicht fehlen. Die historische Altstadt mit ihren engen Gassen, bunten Fassaden und dem Hohen Schloss mit seinen berühmten Illusionsmalereien lädt zu einem gemütlichen Spaziergang ein. Zahlreiche Cafés, Restaurants und traditionelle Gasthäuser runden den Aufenthalt auch kulinarisch ab.

inklusive Karten, Etappen, Höhenprofile und GPX-Datei
























