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Traumpfad München - Venedig II

2024

04

Im Jahr 2024 wagte ich den nächsten Abschnitt und damit die Vollendung des Traumpfads, diesmal komplett allein. Von Niedervintl aus ging es bis nach Venedig. Der alpine Teil der Strecke führte mich dabei von Nord nach Süd durch die atemberaubenden Dolomiten.

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Dabei wurde mir wieder bewusst, dass nicht alle Berge gleich sind. Wie unterschiedlich die Alpen sind, zeigen die Dolomiten besonders eindrucksvoll. Ihre markanten Zinnen bestehen aus altem Korallenriff, das Wind, Wasser und Eis über Millionen Jahre geformt haben – ein Überbleibsel eines urzeitlichen Meeres.

Der Traumpfad folgt abschnittsweise den Dolomiten-Höhenwegen 1 und 2 – zwei klassischen Routen, die durch einige der spektakulärsten Landschaften der Dolomiten führen. Als Tor zu den Dolomiten erwies sich für mich der Peitlerkofel (2.875 m), der zugleich den Eintritt in den Naturpark Puez-Geisler markiert. Dieser ist Teil des seit 2009 zum UNESCO-Weltnaturerbe gehörenden Dolomitengebietes. Die markanten Geislerspitzen prägen diesen Naturpark ganz besonders.

 

Von dort führte der Weg weiter in den Sellastock – eine fast mondähnlich wirkende Hochlandschaft aus hellem Fels, weiten Plateaus und schroffen Kanten. In dieser Region erreichte ich mit dem Piz Boè (3.152 m) zugleich den höchsten Punkt des gesamten Traumpfads von München nach Venedig.​ Mit der Marmolata, der „Königin der Dolomiten“ (3.343 m), erlebte ich einen weiteren Höhepunkt. Auf dem Bindelweg (Viel del Pan), einem der schönsten Panoramawege der Dolomiten, eröffnete sich mir ein eindrucksvoller Blick auf das Massiv und den letzten verbliebenen Gletscher der Dolomiten.

 

Ab Alleghe befand ich mich schließlich in den Süddolomiten und zugleich im italienischen Sprachraum. Unterhalb der imposanten Westwand der Civetta übernachtete ich auf der Tissi-Hütte und erlebte dort den bisher schönsten Sonnenuntergang meines Lebens. Von hier aus konnte ich auf nahezu alle Etappen meiner Dolomitenquerung zurückblicken – vom Peitlerkofel über die Geislerspitzen und den Piz Boè bis hin zur Marmolata. Selbst die weltberühmten Drei Zinnen zeichneten sich im Osten am Horizont ab.

 

Anschließend führte mich die Route weiter in den Nationalpark Belluneser Dolomiten. Hier zeigt sich die Bergwelt noch besonders ursprünglich: kaum erschlossene Bereiche, nur wenige Seilbahnen und deutlich weniger Tagestouristen prägen diesen Abschnitt. Einen bekannten „Instagram-Spot“ wie die Seceda in der Geislergruppe sucht man hier vergeblich – spektakulär ist diese Landschaft dennoch, vielleicht gerade deshalb.

​​​​Nach den Dolomiten, ab Belluno, wechselte das Landschaftsbild schlagartig. Statt steiler Gipfel lagen nun lange, scheinbar endlose Flachetappen vor mir und die Hitze der Po-Ebene begleitete mich wie ein Glutofen. Die Highlights beschränkten sich auf die Prosecco-Weinbaugebiete und natürlich auf die Motivation, das Meer und Venedig vor Augen zu haben. Trotz der monotonen Strecke und der anspruchsvollen Bedingungen war es eine wertvolle Erfahrung, die meine Ausdauer und mein Durchhaltevermögen noch einmal deutlich gestärkt hat.

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Nach 570 Kilometern, 22.000 Höhenmeter im Aufstieg und 23.500 Höhenmeter im Abstieg schließlich in Venedig anzukommen, war ein Moment, den ich nie vergessen werde. Als ich über die letzten Brücken lief und plötzlich auf dem Markusplatz stand, hat mich eine Welle aus Stolz, Dankbarkeit, Erleichterung und purem Glück überrollt. ​

komoot

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