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Venedig

2024

03

Nach dem Abschluss meiner Alpenüberquerung von München nach Venedig im Jahr 2024 war für mich schnell klar, dass ich nach der Ankunft nicht direkt wieder abreisen würde. Nach Wochen des Unterwegsseins zu Fuß erschien es fast selbstverständlich, mir noch ein paar Tage Zeit zu nehmen, um dieses besondere Ziel nicht nur zu erreichen, sondern auch wirklich kennenzulernen.

Venedig ist in vielerlei Hinsicht einzigartig: eine Stadt ohne Autos und ohne Straßen im klassischen Sinn, gebaut auf Pfählen in der Lagune, durchzogen von Kanälen und verbunden durch hunderte Brücken. Architektur, Lage und Geschichte verbinden sich hier zu einem Stadtbild, das es so kein zweites Mal auf der Welt gibt.

Vor der Reise hatten mir viele gesagt, Venedig sei überfüllt und extrem teuer. Für mich hat sich dieses Bild nur teilweise bestätigt und vor allem dort, wo sich die meisten Tagesbesucher aufhalten: rund um den Markusplatz, den Markusdom und den Dogenpalast. Auch die bekannte Rialtobrücke gehört zu diesen stark frequentierten Orten. Abseits dieser bekannten Sehenswürdigkeiten findet man jedoch überraschend viele ruhige Viertel, kleine Plätze und schmale Gassen, in denen der Alltag der Stadt spürbar wird und sich Venedig von einer ganz anderen, stilleren Seite zeigt.

Zu den weiteren besonderen Orten zählt der Palazzo Contarini del Bovolo mit seiner markanten Wendeltreppe, die sich spiralförmig nach oben zieht und einen schönen Blick über die Dächer der Stadt bietet. Ebenfalls beeindruckend war die Aussicht vom Markusturm. Von oben eröffnet sich eine einmalige Perspektive auf die Dächer von Venedig und die Lagune.

Ein eher ungewöhnlicher, aber sehr besonderer Ort ist die Libreria Acqua Alta. Der kleine Buchladen ist bekannt dafür, dass die Bücher nicht klassisch in Regalen stehen, sondern zum Schutz vor Hochwasser in Badewannen, Booten oder sogar Gondeln gelagert werden. Gerade diese kreative und leicht chaotische Art macht den Laden zu einem echten Erlebnis.

Besonders abends verändert sich die Atmosphäre deutlich. Wenn die Tagestouristen abreisen, wird die Stadt spürbar leerer. Dann gehört Venedig wieder mehr sich selbst und genau in diesen Stunden entfaltet sie für mich ihren größten Zauber.

Auch preislich habe ich Venedig nicht als durchgehend extrem empfunden. Wer direkt am Markusplatz im Café Florian einen Kaffee trinkt, zahlt natürlich entsprechend. Abseits der touristischen Hotspots lassen sich jedoch Unterkünfte und Restaurants in einem Rahmen finden, der mit anderen europäischen Großstädten durchaus vergleichbar ist.

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​Neben der Erkundung der Stadt selbst besuchten wir auch die Inseln der Lagune. Murano, bekannt für seine Glasbläserkunst, sowie Burano mit seinen bunten Häusern boten einen ganz eigenen Charme. Auch das ruhige, geschichtsträchtige Torcello bildete einen spannenden Kontrast zum lebhaften Venedig.

Nach diesen Tagen in Venedig trat ich schließlich mit dem Nachtzug die Rückreise an — mit dem Eindruck, die Stadt über die touristischen Hauptorte hinaus kennengelernt zu haben.

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