
Tokio
2024
02
Im Jahr 2024 stand für uns wieder einmal eine Reise in ein fernes Land an – diesmal ging es nach Japan. Den Auftakt bildete standesgemäß Tokio. Wobei man bei Tokio eigentlich kaum von einer Stadt sprechen kann: Tokio ist streng genommen keine einzelne Stadt, sondern eine Präfektur, die aus vielen eigenständigen Einheiten besteht. Dazu zählen die 23 speziellen Bezirke wie Shinjuku, Shibuya oder Asakusa, die sich jeweils wie eigene Städte anfühlen, sowie weitere 26 Städte, fünf Gemeinden und acht Dörfer im Westen und auf vorgelagerten Inseln. Betrachtet man den gesamten Metropolraum, zählt Tokio mit rund 37 Millionen Einwohnern zur zweitgrößten Stadt der Welt und wurde erst kürzlich von Jakarta mit etwa 42 Millionen Einwohnern überholt.
Schon die Planung für eine Metropole dieser Größe ist eine Herausforderung für sich. Die erste große Aufgabe bestand darin, eine geeignete Unterkunft zu finden und zu entscheiden, in welchem Stadtteil man am sinnvollsten unterkommt, um einen guten Ausgangspunkt für die Erkundung der Stadt zu haben. Wir entschieden uns schließlich für Shinjuku – eine Wahl, die sich als perfekt erwiesen hat.
Gerade in Tokio ist eine gute Planung entscheidend. Die Stadt ist riesig, und ohne Struktur verliert man schnell viel Zeit mit Fahrten quer durch die Metropole. Unser Ansatz war daher, die Sehenswürdigkeiten so zu bündeln, dass wir jeweils mehrere Highlights in einem Gebiet besuchen konnten. In unmittelbarer Nähe von Shinjuku liegen unter anderem der Shinjuku Gyoen National Garden, der Meiji-Schrein mit dem angrenzenden Yoyogi-Park, das Tokyo Metropolitan Government Building sowie die lebhaften Viertel Shinjuku Golden Gai und Omoide Yokocho. Auch die weltberühmte Shibuya-Kreuzung ist von dort aus schnell erreichbar.
Trotz der Größe Tokios muss man jedoch sagen: Das öffentliche Verkehrsnetz funktioniert unglaublich reibungslos. Die U-Bahn in Tokio fährt sekundengenau, ist perfekt organisiert, und mit Google Maps ist selbst das Navigieren durch diese riesige Stadt erstaunlich einfach. Während unseres gesamten Aufenthalts haben wir uns kein einziges Mal verfahren oder verlaufen. Ohne Smartphone wäre ich hier vermutlich schon am ersten Tag heillos überfordert gewesen und hätte einen Großteil der Zeit damit verbracht, überhaupt den richtigen Ort zu finden.
Natürlich durfte auch der Besuch einer Aussichtsplattform nicht fehlen. Im Vorfeld überlegten wir, ob wir den Tokyo Tower (333 m) oder den Tokyo Skytree (634 m) besuchen sollten – letztlich entschieden wir uns für den Skytree. Diese Entscheidung bescherte uns einen der unvergesslichsten Momente der Reise. Von oben erlebten wir den Sonnenuntergang und blickten auf eine Stadt, die scheinbar kein Ende nimmt – selbst am Horizont hörte Tokio nicht auf. Das absolute Highlight jedoch war der Blick auf den Mount Fuji, der sich beim Sonnenuntergang in rund 100 Kilometern Entfernung am Horizont abzeichnete. Dieser Moment übertraf alles.
Darüber hinaus besuchten wir das Gaming- und Elektronikviertel Akihabara und erkundeten mit dem Senso-ji-Tempel einen der bedeutendsten und ältesten Tempel Tokios. Vor der Reise hört man immer wieder, wie respektvoll und rücksichtsvoll die Menschen in Japan sind und das kann ich uneingeschränkt bestätigen. Ob beim Anstehen in der U-Bahn, im allgemeinen Umgang oder im öffentlichen Raum: Es wird nicht laut gesprochen oder telefoniert, alles läuft ruhig und geordnet ab. Trotz der enormen Menschenmengen fühlt man sich dabei nie gestresst.
Auch kulinarisch hat Tokio unglaublich viel zu bieten. Gleichzeitig stellte ich überrascht fest, dass die japanische Küche im Alltag gar nicht so „leicht und gesund“ ist, wie man es oft vermutet. Entgegen dem weitverbreiteten Klischee besteht die japanische Küche nämlich keineswegs hauptsächlich aus Sushi, das eher eine besondere Speise als Alltagskost ist. Stattdessen prägen Ramen, frittierte Gerichte, deftige Nudel- und Reisgerichte sowie süße Snacks das Stadtbild. Überall findet man kleine Restaurants, Izakayas, Streetfood-Stände sowie Konbinis (7-Eleven, FamilyMart, Lawson).
Die Mischung aus Tradition, Moderne und schier endloser Großstadt machte Tokio zu einem perfekten Einstieg in unsere Japanreise.

























