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Traumpfad München - Venedig I

2023

03

Nach meinen Fernwanderungen 2021 und 2022 war es für mich der logische nächste Schritt. Im Sommer 2023 habe ich den ersten großen Abschnitt des Traumpfads von München nach Venedig in Angriff genommen – einer Route, die von Nord nach Süd über die Alpen führt. Dieses Mal begleitete mich meine Schwester für die erste Woche bis nach Innsbruck.

 

Von München bis nach Niedervintl führte mich der Weg durch die abwechslungsreichen Landschaften der bayerischen Voralpen, hinein ins Karwendelgebirge und weiter über die Tuxer und Zillertaler Alpen.

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Ich fühlte mich bereit für dieses Abenteuer, da ich mir über die vergangenen Touren ausreichend Routine in Wegfindung, Technik und Wetterbeurteilung angeeignet hatte.

​Los ging es pünktlich morgens um 8 Uhr am Marienplatz. Für die nächsten zweieinhalb Tage war die Isar mein ständiger Begleiter auf dem Weg bis nach Lenggries. In der flachen Ebene konnte ich mich gut einlaufen, bevor mit dem Aufstieg auf das Brauneck (1.555 m) in den Bayerischen Voralpen die ersten richtigen Höhenmeter warteten.

Anschließend führte mich der Weg über die Achselköpfe – eine direkte Herausforderung mit T4-Passagen und ein guter Gradmesser dafür, ob wir den schwierigen Schlüsselstellen der kommenden Wochen gewachsen sein würden – weiter zur imposanten Benediktenwand. Danach ging es hinein ins Karwendelgebirge, eine der am dünnsten besiedelten Gebirgsregionen ganz Mitteleuropas. Ich hätte nicht erwartet, dass es in Deutschland und Österreich noch ein derart ursprüngliches, beinahe unberührtes Gebiet gibt: kaum Seilbahnen, keine großen Siedlungen – nur Ruhe, Weite und eine Natur, die wirklich noch Natur sein darf. Hier entspringt zudem die Isar, mein Begleiter der ersten Tage. Aufgrund der ähnlichen Landschaft und der geringen Besiedlung wird das Karwendel von Einheimischen oft als „Klein-Kanada“ bezeichnet. Und tatsächlich: Genau so hat es sich für mich angefühlt.

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Direkt danach erlebte ich den Kontrast im Zillertal. Dort beeindrucken gewaltige Dreitausender wie der Olperer und der Hintertuxer Gletscher – besonders, wenn man aus den Tuxer Alpen kommend zum ersten Mal einen Blick auf die mächtigen 3000er erhascht. Gleichzeitig ist hier der menschliche Einfluss deutlich stärker sichtbar. Durch den intensiven Skitourismus zeigt sich die Landschaft im Sommer nicht von ihrer schönsten Seite. Besonders präsent war für mich die ganzjährige Skipiste am Hintertuxer Gletscher – ermöglicht durch den massiven Einsatz von Schneekanonen. Ein Ort, an dem man den Klimawandel und den Rückgang der Gletscher aus nächster Nähe beobachten kann.​ Dabei frage ich mich: Muss es wirklich sein, dass man 365 Tage im Jahr Ski fahren kann? Der Wintertourismus bringt zweifellos wirtschaftlichen Nutzen – mehr, als es Wanderer je könnten. Doch welchen Preis zahlen wir langfristig dafür?

Hinter dem Schlegeisspeicher wurde das Zillertal jedoch wieder spürbar ursprünglicher. Am Pfitscher Joch (2.246 m) überquerte ich bereits die Grenze nach Italien und wanderte weiter in das idyllische Örtchen Stein. Von dort führte mich der Weg über die Gliederscharte (2.644 m), stets mit Blick auf den Hochfeiler (3.501 m), den höchsten Berg der Zillertaler Alpen, hinab nach Niedervintl, wo für mich der erste Teil des Traumpfades in diesem Jahr endete.

 

Schon unterhalb der Gliederscharte konnte ich erstmals die markanten Zacken der Dolomiten erblicken – ein überwältigender Moment, der mir den Abschied besonders schwer machte, gleichzeitig aber die Vorfreude auf das nächste Jahr noch weiter steigerte.

komoot 3

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inklusive Karte, Etappen, Höhenprofil und GPX-Datei

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