
Königsee - Zell am See
2022
02
Im Sommer 2022 habe ich mich zum ersten Mal alleine auf eine Bergtour gewagt – von Königssee nach Zell am See. Schon lange vorher war mir klar, dass ich in diese Region zurückkehren würde. Hier hatte im Sommer 2020 alles begonnen, als bei einem Aufenthalt im Nationalpark Berchtesgaden erstmals die Idee reifte, Mehrtagestouren in den Alpen zu unternehmen.
Der Auftakt der Tour war bereits etwas Besonderes und begann zunächst ganz entspannt. Mit dem Elektroboot ging es über den Königssee, vorbei an der imposanten, bis zu 1.800 Meter hohen Watzmann-Ostwand, hin zur Wallfahrtskirche St. Bartholomä, die zugleich den Startpunkt der Wanderung markierte. Die anfängliche Gemütlichkeit hielt allerdings nicht lange an :D.
Von dort führte der Weg über die steile und serpentinreiche Saugasse hinauf zum Kärlingerhaus am Funtensee. Dieser Ort ist nicht nur landschaftlich beeindruckend, sondern auch klimatisch außergewöhnlich. Am Funtensee wurde im Dezember 2001 mit −45,9 °C die bislang tiefste jemals in Deutschland gemessene Temperatur gemessen – ein Ort der Extreme, der die Abgeschiedenheit dieser Hochfläche eindrucksvoll widerspiegelt.
Weiter ging es durch das Steinerne Meer, eine weitläufige, karge Hochfläche aus Kalkstein, die mit ihrer mondähnlichen Landschaft ihrem Namen alle Ehre macht, vorbei am spektakulär gelegenen Riemannhaus auf 2.177 Metern Höhe. Die Hütte liegt in der Ramseider Scharte und ist eindrucksvoll zwischen Sommerstein und Breithorn eingebettet. Von dort folgte der Abstieg nach Maria Alm und weiter über die Salzburger Schieferalpen mit dem Hundstein (2.117 m), bevor es schließlich hinunter Richtung Zell am See ging.
🔗 Tourdaten & Karte am Seitenende:
In Zell am See verbrachte ich anschließend noch drei Tage und nutzte die Zeit, um die Umgebung weiter zu erkunden – darunter das „Top of Salzburg“, das höchstgelegene Ausflugsziel Salzburgs auf 3.029 Metern am Kitzsteinhorn in Kaprun, sowie die beeindruckenden Hochgebirgsstauseen Mooserboden und Wasserfallboden.
Die Tage unterwegs haben mir gezeigt, wie bereichernd es sein kann, alleine zu wandern, dem eigenen Rhythmus zu folgen und die Natur noch intensiver wahrzunehmen. Diese Tour hat mir nicht nur eindrucksvolle Bergmomente geschenkt, sondern auch das Vertrauen gegeben, weitere Abenteuer künftig auf eigene Faust anzugehen.

























