Eine Hommage an die Rother Wanderführer
- Julian Krah

- 11. Mai
- 3 Min. Lesezeit

Seit vielen Jahren begleiten mich die Wanderführer aus dem Rother Bergverlag auf meinen Touren und sind dabei längst mehr geworden als nur einfache Wanderbücher. Für mich gehören sie inzwischen genauso zum Rucksack wie Wasser, Regenjacke oder Wanderstöcke.
Egal ob Tagestour, Hüttentour oder Fernwanderung, oft beginnt die Vorfreude schon zuhause beim Durchblättern. Tourenvorschläge vergleichen, Höhenprofile anschauen und sich gedanklich schon einmal auf den Weg machen. Gerade das macht für mich einen großen Teil der Reise aus.
Was ich an den Rother Wanderführern besonders schätze, ist die Mischung aus Übersichtlichkeit, zuverlässigen Informationen und einer riesigen Auswahl an Touren. Die Beschreibungen sind klar, die Karten hilfreich und man merkt schnell, dass die Autoren dieselbe Leidenschaft für die Berge teilen und genauso für das Unterwegssein brennen. Dazu kommen immer wieder kleine Hintergrundinfos zu Regionen, Hütten oder Besonderheiten entlang der Strecke, die den Touren nochmal mehr Charakter geben.
Besonders praktisch finde ich außerdem, dass zu den Touren zuverlässige und nachgewanderte GPX-Dateien zur Verfügung gestellt werden. Die lade ich mir zusätzlich immer in Komoot hoch, das ich unterwegs zum Navigieren nutze.

Natürlich gibt es heute unzählige Apps, GPS-Tracks und Onlineplattformen. Trotzdem greife ich unterwegs immer wieder gerne zum klassischen Wanderbuch. Eigentlich achte ich beim Packen ziemlich auf jedes Gramm, aber für die Rother Wanderführer mache ich gerne eine Ausnahme, auch wenn sie mit rund 300 Gramm nicht gerade ultraleicht sind.
Vielleicht mag ich die Bücher auch deshalb so gerne, weil sie etwas Entschleunigendes haben. Eine Route nicht nur auf einem Display zu verfolgen, sondern sie vorher bewusst zu lesen und zu verstehen. Gerade in einer Zeit, in der vieles nur noch schnell über Apps und Karten am Handy läuft, fühlt sich das für mich irgendwie ursprünglicher und bewusster an. Und noch ein ganz praktischer Vorteil: Ein Wanderführer funktioniert auch ohne Akku, Empfang oder Internet – egal ob auf einer abgelegenen Hütte oder irgendwo zwischen den Bergen.
Gerade auf Hüttentouren gehört es für mich inzwischen fast schon dazu, abends noch einmal im Buch zu blättern und die nächste Etappe durchzugehen. Für mich ist das inzwischen ein fester Bestandteil jeder Wanderung geworden.

Über die Jahre haben sich bei mir einige dieser roten Bücher angesammelt. Viele davon sehen inzwischen entsprechend benutzt aus: Eselsohren, kleine Notizen, Knicke vom Rucksack oder Seiten, die schon Regen und Schnee erlebt haben. Genau das macht sie für mich irgendwie besonders. Sie sind nicht nur Planungshilfe, sondern fast schon kleine Erinnerungsstücke an vergangene Touren und Erlebnisse draußen.
Zusätzlich hängt bei mir zuhause eine große Karte der Alpen, auf der ich alle bereits begangenen Wege einzeichne. Für jede Gipfelbesteigung kommt ein kleiner Aufkleber hinzu. Es ist immer schön, auf einen Blick zu sehen, welche Regionen ich schon gut erwandert habe und welche bisher noch eher unbekannt für mich sind.
Mein Ziel ist es, eines Tages die gesamte Via Alpina zu komplettieren. Sie führt durch alle acht Alpenländer und quer durch die Alpen – von Triest bis nach Monaco. Auf 116 Etappen nimmt sie einen mit auf eine rund 2.000 Kilometer lange Reise durch die unterschiedlichsten Regionen und Gebirgslandschaften der Alpen. Der große Abschnitt der Via Alpina in der Schweiz ist dabei mein Projekt für 2025 und 2026. Die Alpen von Nord nach Süd habe ich mit dem Traumpfad München–Venedig bereits überquert. Zudem gibt es in den Alpen noch unzählige beeindruckende Höhenwege, die ich in Zukunft entdecken möchte.



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